Neu: Das Recherche-Spiel bei Heilpflanzen-Welt.de
Wie im Mai-Newsletter berichtet, gibt es für Interessierte jetzt eine kleine oder größere monatliche Herausforderung - wir nennen sie das "Recherche-Spiel". Als Einführung in das Thema haben wir einen Text zur Optimierung der Arbeit mit der Suchmaschine "Google" publiziert (Google - Hightech-Recherche im öffentlichen Web). Die erste Aufgabe (Mai 2004) lautete:
"Gesucht wird ein 'neues' kraftvolles Phytohormon (Östrogen-Agonist). Einige in-vivo-Effekte dieses Stoffes sind von seinem pflanzlichen Produzenten schon lange bekannt. Die östrogenartigen Wirkaspekte der Pflanze werden jedoch nur selten medizinal genutzt. Dass die Daueranwendung fatale ästhetische Auswirkungen haben kann, wird gerade erst klar."
In diesem Fall war die Aufgabe mit Hilfe einer alleinigen Internet-Recherche lösbar. Bei späteren Fragestellungen wird dies nicht immer der Fall sein.
Die Lösung lautet: Hopfen (einige Mitsuchende haben diese Lösung auch gefunden).
"Nicht der gesuchte Begriff, sondern der Lösungsweg, ist das Ziel"
Da es bei dem neuen Spiel im wesentlichen nicht um die Lösung selbst, sondern um die Wege dorthin gehen soll, kommt hier unser Weg:
Bereits die Kombinationsabfrage phytohormon östrogenartig bei Google fördert u. a. die schweizer Website www.phytohormone.ch zu Tage, auf deren erfreulich vollständiger Phytohormon-Übersicht auch der Lösungsbegriff verzeichnet ist. Jetzt sollten zuerst jene Pflanzen ausgeschlossen werden, die keine östrogenartige Wirkung haben. Es bleiben 13 Pflanzen übrig. Und hier ist nun etwas Stöbern und Nachdenken angesagt. Zumindest für alle, die keine Assoziation zu dem Fragenteil "fatale ästhetische Auswirkungen durch Daueranwendung" haben.
Bei sorgfältiger Durchsicht der phytoöstrogen-haltigen Pflanzen kommt neben Speisengewürzen eigentlich nur eine Pflanze vor, die zumindest von einer Personengruppe langfristig dauerangewendet wird = Verdacht auf Hopfen-Dauerkonsum (=Bier!). Die Überlegung, welche Nebenwirkungen Östrogene bei Männer haben können, führt schließlich zu der Teillösung, dass mit fatalen ästhetischen Auswirkungen "Bierbauch" und "Bierbrust" (Gynäkomastie) gemeint sind (die bei gleichgroßem Alkoholkonsum aus anderer Quelle, z. B. Wein, nicht auftreten!). Dies waren übrigens bekannte, von den damaligen Probanden nicht akzeptierte Östrogen-Nebenwirkungen, als das weibliche Geschlechtshormon vor einigen Jahrzehnten zum Zweck der Herzinfarktrisiko-Reduktion bei Männern geprüft wurde... Die Google-Kombinationsabfrage mit hopfen gynäkomastie bestätigt schließlich den Anfangsverdacht: Hopfen (Humulus lupulus L.).
Zusatz-Informationen bei Heilpflanzen-Welt (Auswahl):
- Monographie Kommission E: Lupuli strobulus (Hopfenzapfen)
- Die Phytotherapeutische Welt: Humulus lupulus, Hopfen
Im zweiten Beitrag findet sich übrigens bereits ein zarter Hinweis auf die Hopfen-Wirkung bei Männern - es wird als Antaphrodisiakum (Anaphrodisiakum) bezeichnet. Also ein Mittel, das den Geschlechtstrieb herabsetzt (bei Männern).
Juni-/Juli-Aufgabe |
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| Die Wirklichkeit ist oft komplexer als durch einen ersten Blick erkennbar ist (Anleitung solche Bilder zu sehen einblendenAnleitung solche Bilder zu sehen ausblenden) |
"Versuchen Sie die Pflanze zu erkennen, die in dem oben gezeigten 3D-Bild enthalten ist. Die medizinische Bezeichnung für ein leckeres Produkt dieser Pflanze führte zur Namensgebung eines bis heute recht bekannten, besonders gerne auch bei Kindern eingesetzten Pflanzenheilmittels (das jedoch mittlerweile andere Inhaltsstoffe hat).
Wie heißt das Pflanzenprodukt oder der Markenname des Mittels?"
Autostereogramme
(ARDS = Auto-Random-Dot Stereograms)
"3-D-Illusionen sind magische Mischungen aus Kunst und angewandter Computertechnik"
Eine Faszination lösen dreidimensionale Bilder bei Menschen schon immer aus. Wer einmal das "Sehen" der scheinbar schwebenden räumlichen Gebilde in einem eher wirren Muster erlernt hat, dem öffnet sich eine neue Welt des Sehens (weitere Hintergrundinfos, MagicEye-Anbieter).
Blicktechniken
Der Parallelblick
(Im Parallelblick entsteht die räumliche Sicht, indem sich die Sehstrahlen hinter der Bildfläche in einem Punkt treffen. Hier darf der Abstand der Fixierungspunkte nicht zu groß sein, da die Augen ab einem gewissen Punkt divergieren.)
- Methode 1
Manchmal genügt es seinen Blick über das Bild schweifen zulassen und dabei zu versuchen hinter die Bildebene zu schauen. - Methode 2
Hält man das Bild an die Nasespitze, sollte man bei dieser Methode einfach durch das Bild hindurchschauen. Dann immer weiter geradeaus starren und langsam von sich weg bewegen, ohne dabei die Muster zu beachten. Irgendwann sieht man dann ein Neues etwas verschwommenes Muster. Nun muss das Bild gut in dieser Position festgehalten werden und man kann mit dem Blick über das Bild schweifen, bis das vollständiges Bild entstanden ist. - Methode 3
Bei dieser Methode ist es von Vorteil, wenn eine sonst nicht erwünschte Spiegelung, einen Lichtquelle auf dem Bild liegt. Diese sollte man dann anvisieren und versuchen sich selbst darin zusehen. Wird so eine Weile abgewartet entsteht ein Tiefeneindruck. - Methode 4
Fixiert man einen Gegenstand in der Ferne und schiebt das Bild von der Seite langsam ins Blickfeld, sind die Augen automatisch entkoppelt und das Stereogramm müsste leicht zu sehen sein. - Methode 5
Hier sollte man sich einen Gegenstand in der Ferne ansehen und dann die Augen schließen. Nun stellt man sich den gesehen Gegenstand weiterhin vor, bringt das Bild zwischen sich und den gesehen Gegenstand, wobei die Augen noch geschlossenen sind und öffnet sie dann sehr schnell.
2. Der Kreuzblick
(Beim Kreuzblick schneiden sich die Sehstrahlen schon vor der Bildebene, was zur Folge hat, daß stereoskopische Bilder in invertierter Form erscheinen und somit die Tiefeneindrücke sich in das Gegenteil umwandeln. Durch das Schielen sieht das rechte Auge das Bild des Linken.)
- Methode 6
Man schielt auf die Nasenspitze. Wird mit diesem Blick das Bild einige Zeit betrachten entsteht der Tiefeneindruck.
- Ritter, B.: Autostereogramme. Skript Proseminar Computervision, Fachbereich Informatik, Universität Ulm, 2002 (Volltext).
- Abbildung Hopfen: Marion Kaden, Hamburg.
- Abbildung Autostereogramm: Rainer H. Bubenzer, multi MED vision, Hamburg.

