Theodor Krauß: Die Grundgesetze der ISO-Komplex-Heilweise

Vorschau

Theodor Krauß

Der folgende Auszug aus dem Werk (Seite 104-111) behandelt die Blut- oder Adermittel im allgemeinen und das Adermittel 1 im speziellen („Ad1 Avena cp D10 JSO“, PZN 04942199). Sprachlich-inhaltlich wendet sich Krauß an Therapeuten, die bereits Erfahrung mit seiner Jso-Komplex-Heilweise haben.

 Hinweise: Mit Ad werden die „Adermittel“, mit St die „Stoffmittel“, mit G die „Gewebemittel“ , mit Br die „Brustmittel“ abgekürzt. Mit „Korn“ sind homöopathische „Kügelchen“ gemeint.

(...)

Blut- oder Adermittel

 Nachdem wir uns bisher mit dem untersten Grade des Stoffwechsels, der Zubereitung der Lymphe und den hierbei beteiligten Organen beschäftigt und die Heilmittel kennen gelernt haben, welche diesen Abschnitt in den Lebensvorgängen unseres Organismus bzw. deren Störungen beeinflussen, wenden wir uns einer weiteren, auf der Stufenleiter der Evolution des Stoffes gewissermaßen höherstehenden Klasse von Körperwerkzeugen (Organen) zu: Es sind die Organe der Blutbereitung und des Blutumlaufes im Körper, durch welche der lebenspendende, erhaltende und erneuernde Saft, das Blut, in alle, auch die entferntesten Teile, Organe und Gewebe desselben geleitet wird, um diese neu aufzubauen, gleichzeitig aber auch, um dort die verbrauchten, abgenützten Gewebe und Zellen abzubauen und entweder ihrer Ausscheidung aus dem Körper, als Asche gewissermaßen (Sekrete und Exkrete, Exkremente) oder, sofern sie noch Brauchbares enthalten, ihrer Auffrischung durch neue Lymphe zuzuführen.

Wenn wir uns jetzt gegenwärtig halten wollen, was wir etwas näher in einem früheren Abschnitt (...) betrachtet haben, finden wir etwa die nachstehende Reihenfolge in der Tätigkeit der blutbereitenden und blutführenden Organe, die man kurz als Blutumlaufs- (Zirkulations-) Organe bezeichnet;

1. die große Hohlvene;

2. die rechte Vorkammer des Herzens;

3. die rechte Herzkammer des Herzens;

4. die Lungenpulsader;

5. die Haar- (Blut-) Gefäße der Lunge (mit den Lungenzellen und Bläschen);

6. die Lungenblutader;

7. die linke Vorkammer des Herzens;

8. die linke Herzkammer des Herzens;

9. die Aorta oder große Schlagader mit ihren Schlagaderverzweigungen im Körper bis zu den letzten Haargefäßen (Kapillaren) in den einzelnen Organen, die sie überall durchdringen, mit Blut versehen, ernähren und aufbauen;

10. die Bauchpulsader (Bauchaorta), eine Abzweigung der ersteren, mit ihren Verästelungen und Haargefäßen;

11. die Leber (als Blutreinigungsorgan und Blutspeicher) mit der Pfortader;

12. die Milz als Blutspeicher;

13. die Hohlvene wie oben, mit ihren Haargefäßen, die aus allen Teilen des Körpers das Blut sammeln und hier vereinigen.

Dieses wäre in großen Zügen der Schauplatz des sogenannten Blutkreislaufes mit den wichtigsten hierbei beteiligten Organen.

Für diesen zweiten höheren Abschnitt des Stoffwechsels und dessen organische Werkzeuge im Körper haben wir abermals eine besondere Reihe von Heilmitteln, die sich ihrer Zusammensetzung und Wirkung nach (physiologisch) an diese (anatomische und histologische) Werkzeuggruppe anschließt.

Es sind unsere Blut- bzw. Adermittel.

Die Adermittel

Die Wirksamkeit der Adermittel beginnt folgerichtig im Körper in dem Augenblick und an der Stelle, wo der Lymphstrom sich in den Strom des Venenblutes ergießt, also in der großen Hohlvene, und begleitet dann den Blutstrom auf seinem verschlungenen Pfade durch alle Tiefen des Organismus, bis er wieder an seinen Ausgangspunkt — die Hohlvene — zurückgekehrt ist.

Die Wirksamkeit der Adermittel setzt also an derselben Stelle ein, wo im aufsteigenden Lymphstrom die Wirksamkeit des Stoffmittels aufhört; sie begleitet ihn dann im aufsteigenden Blutstrom auch wieder bis dahin, wo die Wirksamkeit des Lymphmittels im absteigenden Lymphstrome (bei der Rücksaugung der Lymphe in den einzelnen Geweben) wieder beginnt.

Man sieht also, wenn man den ganzen Stoffkreislauf im Geiste aufmerksam verfolgt, wie sich diese beiden Klassen von Heilmitteln in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen und vervollständigen, indem die Wirkung des einen gerade an derjenigen anatomischen und histologischen Stelle einsetzt und bei derjenigen physiologischen Verrichtung des Körpers, wo die Wirkung der anderen zu Ende ist.

Ganz natürlich! Weil diese beiden Arzneigruppen vermöge des Stoffwechsels, der den ganzen Körper wie auch seine einzelnen Teile aufbaut, erhält, erneuert und ergänzt, auch jede einzelne Organ oder Gewebegruppe ebenso beeinflussen wie die Gesamtheit des Organismus. Und ferner, weil jede Krankheit, wie immer sie in ihren Äußerungen (Symptomen) auch auftreten möge, wesentlich nichts örtliches (Lokales) ist, sondern ihren letzten Grund in einer Entmischung der aufbauenden Lebenssäfte hat, in einem gestörten Ausgleich und Austausch der stofflichen (materiellen) wie auch energetischen (Kraft-) Quellen des Körpers.

Das gilt in allererster Linie von den sog. chronischen Krankheiten.

Adermittel Nr. 1 (Ad 1). Avena cp.

Bestandteile:

Arnica montanaArnika
Avena sativaHafer
Capsella bursa pastorisHirtentäschel
Malva sylvestrisMalve
Sanguinaria canadensisBlutwurz
Hydrastis canadensisGelbwurz

Seinem Wesen nach ist dieses in erster Linie ein Herz- und Arterien- oder Schlagader-Mittel.

Seine Hauptwirkung erstreckt sich auf die linke, arterielle Herzhälfte, die linke Vorkammer und Herzkammer, die Muskeln und Klappen dieser Herzseite. Dann ferner auf die hier ausgehende große Schlagader und ihre Verzweigungen im ganzen Körper bis zu den feinsten Haargefäßen (Kapillaren), welche alle Teile, Gewebe und Organe in unendlicher Verzweigung und Kleinheit durchziehen, um ihnen den lebenspendenden und verjüngenden, erneuernden und aufbauenden Saft, das Blut, zuzuführen.

Damit erklärt sich seine Allgemein- (universelle, konstitutionelle) Wirkung auf den ganzen Körper.

Besonders deutlich äußert sich diese auf einzelne, blutreiche Organe und Gewebe und solche, welche bei der Reinigung, Bildung und Umbildung des Blutes oder der Erzeugung gewisser Ausscheidungen (Sekreten) eine wichtigere Rolle spielen.

So ist das Adermittel Nr. 1 auch als Lungenmittel zu betrachten, denn die Lunge ist ihrem Wesen nach ein Blut- und blutreinigendes Organ. Hier vollzieht sich durch Abgabe der Kohlensäure und Aufnahme des Sauerstoffs die Umwandlung von dunkelrotem venösem in hellrotes arterielles Blut.

Des weiteren gehören hierher die blutreichen Schleimhäute der verschiedensten Körperteile, so die Mund- und Rachenschleimhäute, die Bronchialschleimhäute, die Blasen- und Darmschleimhäute usw., welche in ihren Schleimdrüsen als Dialysaterzeugnisse des Blutes gewisse chemische, wässerige oder schleimige Flüssigkeiten (Sekrete) von jeweils besonderer Art, z. B. Mundschleim, Nasenschleim, Darmschleim usw., zu erzeugen bestimmt sind. Aus dieser Naturbestimmung erklärt sich ihr Blutreichtum, ihr enges Maschennetz von Kapillargefäßen, das durch größere Arterien (Schlagadern) gespeist wird.

Auch die Drüsen gehören demnach hierher.

Wir haben diese Organe — Drüsen und Schleimhäute — bereits unter dem Wirkungskreis der Lymphmittel gefunden und dürfen uns durch den scheinbaren Widerspruch der Gleichheit nicht beirren lassen. Allerdings wirken sowohl die Stoffmittel als auch das Adermittel auf die genannten Organe, aber die Art und Weise der Wirkung ist grundverschieden. Ich möchte sagen, jede dieser beiden Mittelgattungen setzt für ihre Wirkung den Hebel an einer anderen Stelle an. Das Stoffmittel wirkt zunächst auf das drüsige Gewebe und beeinflußt dessen Sekret, den darin erzeugten Schleim hinsichtlich seiner Menge und Zusammensetzung.

Das Adermittel dagegen beeinflußt die Kraftquelle — den Blutstrom —, welcher die Drüsen mit den nötigen Grundstoffen (dem Blute) versorgt, aus welchem jene Drüsen dann das Schleimsekret ausscheiden.

Also auch hier finden wir wieder, wie sich die beiden Mittelreihen St und Ad einander gewissermaßen in die Hände arbeiten und die Wirkung der einen einsetzt, wo die Wirkung der anderen zu Ende ist.

In diesem Sinne kann Ad als Katarrhmittel im allgemeinen bezeichnet werden. Wenn wir den Zustand des Katarrhs folgerichtig zergliedern, finden wir, daß er in einer Entzündung einer Schleimhaut besteht. Diese Entzündung ihrerseits ist die Überfüllung eines Gewebes mit Blut, sei es durch Andrang oder vermehrten Zufluß (aktiv) [Kongestion], sei es durch Stauung, d. i. verminderten oder gehemmten Abfluß (passiv). Die Überfüllung der Schleimhäute mit Blut erzeugt aber neben den Erscheinungen der Rötung, Schwellung, Hitze auch die vermehrte Absonderung der Schleimdrüsen, also des Sekretes, wie bei jeder Art von (akuten) Katarrhen wahrzunehmen ist.

Das Ad wirkt also auf den entzündlichen Abschnitt des Katarrhes, das St dagegen ergänzend auf die Absonderungs- (sekretorische) Tätigkeit der Drüsen.

Wie bei Katarrhen, so wirkt das Ad aber ferner auf jede Art und Form von Entzündungen, vor allem die akuten (aktiven), welche durch Blutandrang nach dem erkrankten Organ entstehen, wogegen die chronischen, schleichenden, durch Stauungen (im Venensystem) entstandenen Entzündungen der Wirkung des Ad 2 unterworfen sind, wie wir später sehen werden.

Je nach dem besonderen Sitze der Entzündung ist dann allerdings neben dem Ad 1 noch das entsprechende Organmittel oder Gewebemittel in Anwendung zu bringen, z. B. Br bei der Lunge, St 2 bei der Blase usw. Von den drüsigen Organen fallen außer der Lunge dann noch besonders Leber und Milz sowie die Nieren unter die Wirkung des Ad 1, insofern diese als Blutreinigungs- und Ausscheidungsorgane eine Rolle spielen.

Gleichwohl, seine Hauptrolle spielt das Ad 1 unter allen Umständen als (arterielles) Herz-und-Gefäßmittel. So bei den verschiedensten Erkrankungen des Herzens, der Herzmuskeln, der Herzklappen, der Herzbeutelhäute, erworbenen oder ererbten Herzverbildungen und Entartungen, Herzfehlern im engeren Sinne, Herzerweiterungen, Herzvergrößerungen (Hypertrophie), Herzklappenfehlern, Verfettung des Herzmuskels, Erschlaffungen und Verkalkungen, dann folgen die Erkrankungen der Aorta (großen Schlagader) und ihrer Verzweigungen, so die Pulsadergeschwulst (Aneurysma) und die so verbreitete Verkalkung (Sklerose) der Arterien.

Auf die Gegensätzlichkeit der Wirkungen schwacher und starker Arzneigaben desselben Mittels habe ich schon früher aufmerksam gemacht. Gerade bei Ad 1 zeigt sich diese Gegensätzlichkeit wohl am deutlichsten und auffallendsten. Und gerade darin Hegt der ungeheure Wert desselben zur Behebung der verschiedenartigsten Störungen in den Verrichtungen der Zirkulationswerkzeuge.

In den niederen, stärkeren Gaben beschleunigt Ad 1 den Herz-und Pulsschlag an Zahl und verstärkt denselben auch an Kraft und Blutdruck. In den schwächeren (höheren) Verdünnungen dagegen verlangsamt es denselben, mäßigt oder vermindert auch seine Stärke und den Druck.

Ist also z. B. ein Organ oder Körperteil mangelhaft durchblutet infolge zu geringen Herz- und Blutdruckes (Kälte der Hände und Füße), befindet es sich demzufolge im Zustande der Abzehrung, des Schwundes (Atrophie), der Lähmung u. dgl., so werden stärkere Gaben dieses Mittels den Fehler beheben. Umgekehrt werden Zustände der Blutüberfüllung (Kongestion, Entzündung u.dgl.) durch schwache Lösungen beseitigt.

Ad 1 ist demzufolge auch das Mittel, mit welchem man die weibliche Regel wie ein Uhrwerk richtigstellen kann. Kommt sie zu früh, zu stark oder zu häufig, dauert sie zu lang oder vereinigen sich etwa gar beide Störungen, was unvermeidlich große Schwächung durch Blutverlust herbeiführen muß, so wird man durch schwache und sehr schwache Gaben bald und leicht eine natürliche Regelung dieses Naturvorganges bewirken (z. B. 6., 10., 12., 15. Verdünnung).

Bei chronischer Neigung zu derart starken oder zu häufigen oder gar häufigen und starken Regelblutungen lasse ich auf Grund der Erfahrung und Beobachtung vielfach in der regelfreien Zeit z. B. 10. oder 12. Dil. nehmen und gehe dann bei Eintritt der Regel vorübergehend für die Dauer derselben auf 12.-15. oder noch höhere über.

Es ist aber nicht zu übersehen, daß bei ganz heruntergekommenen und verelendeten Kranken, wo durch Schwäche und Blutarmut die Schleimhäute schlaff, schwammig und unfähig werden, den Blutstrom aufzunehmen, sondern ihn beständig sickern lassen, auch die stärkeren Lösungen von Ad 1, vermöge der stärkenden Wirkung auf die Gefäße, solchen Blutungen wirksamer entgegenarbeiten als die hohen Verdünnungen. Wir sehen, auch hier wird das Gesetz von den entgegengesetzten Wirkungen schwacher und starker Dosen voll gewahrt — nur erfordern solche Fälle schärfere Beobachtungsgabe.

Umgekehrt werden stärkere Gaben, die z. B. durch Schreck oder andere Gemütsaffekte oder Erkältungen, Durchnässung u. dgl. unterdrückte Regel wieder herbeiführen und in Gang bringen. Doch mochte ich hier schon ausdrücklich hervorheben, daß das Eintreten der Regel bei bleichsüchtigen und blutarmen Frauen oder Mädchen unter keinen Umständen erzwungen werden darf, da diese hierdurch nur eine Verschlimmerung ihrer Blutleere herbeiführen würden. Es muß vielmehr in solchen Fällen das Grundübel, eben die Blutarmut, beseitigt und bekämpft werden, dann stellt sich die Regel von selbst wieder ein. Wir werden später bei Ad 3 darauf noch zu sprechen kommen.

Die Wirkung des Ad 1 auf die Nieren äußert sich besonders bei Entzündungen und Katarrhen dieses Organes und bei den verschiedenen Formen von Wassersucht, indem es durch die Regelung, meist Erhöhung des Blutdruckes, auch die Ausscheidungen der Nieren hebt, welche für den menschlichen Körper gewissermaßen die Rolle eines Siebes oder Filtrierapparates innehaben, durch den sich in den Nierenzellen die flüssigen und löslichen Zerfallsprodukte des Körpers aus dem Blute abscheiden, das durch die Nieren getrieben wird. Hier berührt sich, wie man sieht, die Wirkung des Ad 1 mit jener des St 6 und G 6, indem sich beide wieder ähnlich ergänzen, wie bereits früher an dem Beispiele der Katarrhe gezeigt wurde.

Auf die Schlagadern im allgemeinen und deren weitere und äußerste Ausläufer, die Haargefäße (Kapillaren), wirkt Ad 1 grundsätzlich ausdehnend (daher den Blutzufluß fördernd) in den stärkeren Gabenstufen und umgekehrt verengend (daher den Blutzufluß vermindernd) in den schwachen Gaben. In der letzteren Weise ist es sogar bei inneren sowohl wie äußeren Blutungen ein blutstillendes Mittel. An dem Beispiel der weiblichen Regel haben wir dies bereits gesehen; aber ebenso ist dies der Fall bei Nasen- oder Lungenblutungen, Blasen- oder Darmblutungen, sofern dieselben arterielle Gefäße betreffen.

Und nun sage ich wieder: „Verba docent — exempla trahunt" (Worte lehren, Beispiele überzeugen). Ein Beispiel aus dem täglichen Leben wird das noch klarer machen!

Eine der häufigsten Erscheinungen, die mit einem gestörten Blutumlauf verbunden ist, ist die gleichzeitig auftretende Überfüllung der Blutgefäße des Kopfes (Kongestion), die sich durch Rötung des Gesichtes, Hitze im Kopf, Ohrensausen, Flimmern vor den Augen, Schwindel, wohl auch dumpfen oder drückenden Kopfschmerz einerseits und Kälte der Hände und Füße, Blauwerden oder Blässe derselben äußert.

Diese Beschwerden werden wirksam bekämpft durch Ad 1 in 3., 4., 6. Verdünnung innerlich und dann entweder kalte Abwaschungen oder Umschläge am Kopf; erstere, indem man die Flüssigkeit nicht abwischt, sondern auf der Haut eintrocknen läßt, mit Ad 1, 1 Korn in ¼ Liter oder selbst in 1 Liter Wasser.

Gleichzeitig, während der mit schwacher Lösung getränkte kalte Umschlag am Kopfe liegt, läßt man heiße Wickel, Hand- bzw. Fußbäder machen mit einer starken Lösung (5-10-15-20 Korn in ¼ bis 1 Liter Wasser), und, indem man beide Anwendungen regelmäßig täglich wiederholt, wird man unschwer den gestörten Blutumlauf allmählich vollkommen regeln können.

Die Lösung dieses „Rätsels" ist wieder ganz einfach.

Die schwachen Dosen von Ad 1 ziehen die Blutgefäße zusammen, verengern sie, sperren auf diese Weise den Blutzulauf in das überblutete Organ — hier das Gehirn — und entbluten dasselbe auf diese Weise bis auf den normalen Grad.

Umgekehrt erweitern die starken Lösungen desselben Mittels die Blutgefäße in den Händen und Füßen, vermehren dergestalt den Blutzufluß daselbst, womit auch die natürliche Durchwärmung derselben wieder eintritt, und ergänzen so die Wirkung der obigen kalten und schwach dosierten Kopfwaschungen.

Ein ähnliches Verfahren würde auch für ein atrophiertes, d. h. in Schwund und Absterben begriffenes Organ am Platze sein, doch ist hier die blutbildende Kraft des Ad 3, von dem wir noch reden werden, meist doch mehr ausschlaggebend.

(...)

Autor/In: Krauß, Theodor, (1920)
Quellen: Krauß, Theodor: Die Grundgesetze der Jso-Komplex-Heilweise (12. Auflage). Johannes Sonntag Verlagsbuchhandlung, Regensburg, 1985 (Erstauflage um 1920).