Lesetipp: Aufrecht, heiter und gelassen. Yoga kennt kein Alter

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Aus der Reihe der Carstens-Stiftung „Natur und Medizin“ ist ein neues Buch erschienen mit dem obigen Titel. Es wendet sich ausdrücklich an Menschen älteren Semesters, was sich auch angenehm in der Ausführung, Auswahl der Fotos und der Übungen zeigt. Ebenso wurde Wert darauf gelegt, Yoga-Übungen darzustellen, die von Älteren leicht nachzumachen sind und außerdem keine Anforderungen an Fitness oder Wissen bezüglich des Yogas voraussetzen.

In den Grundlagen des Buches gehen zunächst darauf ein, warum das Buch entstanden ist oder warum Iyengar-Yoga ausgewählt wurde. Die vorbeugenden Aspekte sind hervorgehoben oder diejenigen, die sich wohltuend auf den Körper, Seele und Geist auswirken. Tatsächlich wurde die Wirksamkeit des Yoga in verschiedenen Studien nachgewiesen: Yoga wirkt „entstressend“ und wird deshalb bei stressbedingten Erscheinungen oder Erkrankungen erlernt. Yoga-Kurse erfreuen sich deshalb sowohl bei Managern oder Hausfrauen wachsender Beliebtheit. Denn Yoga wird auch als Teil eines „Stressmanagements“ verstanden, der im Alltag hilft, Spannung abzubauen oder später auch durch Erlernen von besonderen Aufmerksamkeitsübungen Stress und Spannung vorzeitig zu begegnen -  also erst gar nicht aufkommen zu lassen. Der Abbau von Stress hilft jedoch nicht nur Gesunden sondern auch kranken Menschen, die z.B. durch Krebs, Migräne, Kopfschmerzen, chronischen Schmerzen psychisch wie körperlich an ihre Grenzen geführt werden. Tägliche Yoga-Übungen helfen ihnen erwiesenermaßen ihr inneres Gleichgewicht zu finden. Oder durch das Finden anderer innerer Schwerpunkte als die Konzentration auf die Krankheit, gelingt diesen Patienten ihren Erkrankungen „den Stachel zu nehmen“ und sich auf andere Aspekte (Lebensmut, -kraft, Neuorientierungen) zu konzentrieren.

Durch Studien konnte ebenfalls bewiesen werden, dass sich regelmäßiges Yoga bei der Verbesserung von Atemfunktionen, des Herz-Kreislaufsystems, der Schlafqualität oder bei depressiven Verstimmungen auswirken kann. Die Übungen wirken sich langfristig auch auf einen verbesserten Muskeltonus, Knochendichte, Beweglichkeit und Gleichgewicht aus – was vor allem bei älteren Menschen wichtig sein kann. Denn Gangunsicherheit oder Fallangst führen häufig genau ins Gegenteil: Zu einem höherem Sturzrisiko und den damit verbundenen Knochenbrüchen.

Bei der Auswahl der Yoga-Übungen hat die Autorin des Buches – eine langjährige Yoga-Lehrerin des Iyengar-Yogas- besonders Übungen für SeniorInnen ausgewählt. Die Übungen werden im praktischen Teil des Buches in ansprechenden, leicht nachvollziehbaren Fotosequenzen gezeigt und helfen so beim Nachmachen. Auch textlich werden die Übungen beschrieben, ebenso die positiven Auswirkungen. Sieben Grundstellungen und sieben weitere Übungen werden auf diese Weise anschaulich dargestellt.

Das Büchlein hat eine Spiralbindung, so dass es sich leicht aufklappen lässt. Es ist robust und aus dickerem Papier, diese wichtigen praktischen Aspekte für alltäglichen Gebrauch wurden also ebenfalls berücksichtigt. Das Buch ist mit seinen 10,50 € erschwinglich (DVD beigefügt). Auch die benötigten Hilfsmittel sind entweder in jedem Haushalt zu finden oder relativ billig erhältlich.

Fazit: Alles in allem ein gelungenes Büchlein. Geeignet für Anfängerinnen und solche, die schon Yoga-Erfahrungen haben und es als „Auffrischung“ verwenden wollen.

Keller, Rita: Aufrecht, heiter und gelassen. Yoga kennt kein Alter. Carstens-Stiftung: Natur und Medizin e.V. 2013. direkt bei amazon

Autor/In: Marion Kaden, MultiMedVision Berliner Medizinredaktion (2014)