Nagelpilz - ein Dauerbrenner bei (Hochleistungs-)Sportlern

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Sportschuhe: Feuchtes Milieu ist gut für Pilzwachstum

Der englische Begriff „Athleten-Fuß“ (engl. athlete's foot) ist gleichbedeutend mit Fußpilz und deutet auf eine besondere Folge von Hochleistungssport hin: Pilzinfektionen der Füße, einschließlich der Nägel. Studien bei Spitzensportlern, ob bei olympischen Spielen oder im Fußball, zeigen, dass Nagelpilz fast doppelt so häufig ist wie bei der Normalbevölkerung [1, 2]. Schuld sind jedoch nicht alleine hygienische Ursachen, sondern komplexe Veränderungen der Gesundheit beim Hochleistungstraining.

Natürlich werden die Erreger von Fußpilz, vor allem Trichophyton rubrum, auch bei hygienisch problematischen Bedingungen übertragen, beispielsweise in Mannschaftskabinen, Umkleide- oder Duschräumen. Doch entscheidender sind die vielen Schädigungen der Haut an den Füßen, Einengungen von Nägeln durch enges Schuhwerk oder kleinere und größere Verletzungen bei der sportlichen Aktivität. Diese zerstören teilweise die natürlichen Schutzbarrieren und erlauben Erregern ein leichtes Eindringen. Hinzu kommt, dass Ärzte „banale“ Erkrankungen, die die aktuelle Sportler-Leistungsfähigkeit scheinbar nicht beeinträchtigen, gerne ignorieren. Wichtiger ist zum Beispiel, dass eine Knieschädigung schnell „repariert“ wird und ein „teurer“ Fußballspieler bald wieder eingesetzt werden kann. Einfache und erfolgreiche Nagelpilztherapien, wie zum Beispiel mit Ciclopirox Winthrop-Nagellack kommen deshalb gar nicht erst zum Einsatz. Dass Sport erheblich die Abwehrbereitschaft des Immunsystems gegenüber Bakterien, Viren oder Pilzen beeinträchtigt, wird ebenfalls oft ignoriert. Bei gesteigerter Trainingsintensität entsteht häufig eine Immunschwäche, die Infektionen Tür und Tor öffnet. Auch Fuß- und Nagelpilz tritt dann gehäuft auf. Für Breitensportler gilt grundsätzlich:

Nagelpilz-Erkrankungen kann vorgebeugt werden. Die wichtigste Maßnahme ist gute Hygiene, also regelmäßiges aber nicht übertriebenes Waschen der Füße und anschließend sorgfältiges Abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Bei bestehender Infektion am besten mit Toilettenpapier oder Hygiene-Tüchern, die dann entsorgt werden. Das Schneiden der Fußnägel sollte vorsichtig erfolgen, um Verletzungen oder das Einwachsen der Nägel zu verhindern. Die Schuhe beim Sport und im Alltag sollten atmungsaktiv und locker sein, sodass die Haut trocken bleibt, Socken sind regelmäßig zu wechseln und mit über 60° Celsius zu waschen [3].


Quellen:

[1] Jenkins DW, Cooper K, O'Connor R, Watanabe L, Wills C: Prevalence of podiatric conditions seen in Special Olympics athletes: Structural, biomechanical and dermatological findings. Foot (Edinb). 2011 Mar;21(1):15-25 (direkter Link).

[2] Purim KS, Bordignon GP, Queiroz-Telles Fd: Fungal infection of the feet in soccer players and non-athlete individuals. Rev Iberoam Micol. 2005 Mar;22(1):34-8 (direkter Link).

[3] Thomas Wessinghage T, Feil W, Ryffel J: Sportverletzungen von A–Z: Gesundheitscoach. Haug Verlag, Stuttgart, 2009.